Paragone: Arbeiten mit Papier

Kirstin Rabe, Astrid Weichelt
Zeitraum
Voraussichtlich März 2021 bis April 2021
Eröffnung
Aufgrund der aktuellen Situation bis auf Weiteres verschoben
Kirstin Rabe Strata 3, 2019
Astrid Weichelt “Jetzt könnten wir doch wieder mal von mir reden…” (zu Gerhart Hauptmann), 2019

Der Titel „Paragone“ lässt sich mit „Vergleich“ oder „Gegenüberstellung“ übersetzen und bezieht sich auf einen kunstgeschichtlichen Terminus, den „Wettstreit der Künste“, bei dem als „paragone delle arti“ einzelne Kunstsparten miteinander verglichen wurden. Die Arbeit von Kirstin Rabe und Astrid Weichelt ist durch unterschiedliche künstlerische Ansätze und Transformationsprozesse gekennzeichnet. Beide Künstlerinnen vereint die Vorliebe für Papier als elementarer Werkstoff mit langer Geschichte. Papier dient in beschriebener Form als Speicher kollektiver Erinnerung und symbolisiert unser kulturelles Gedächtnis. Gemeinsam ist Rabe und Weichelt, dass sie geschöpfte, also zweidimensionale Papierbögen zu räumlichen Objekten formen. Dies geschieht jedoch auf unterschiedliche Weise.

Kirstin Rabe benutzt unter anderem recyceltes Zeitungs- und Altpapier. Sie schätzt Weggeworfenes und Überflüssiges als wertvollen Rohstoff für ihre selbstgeschöpften Papiere. Die neu entstandenen, unregelmäßig geformten und mit Pigmenten und Tusche angereicherten Blätter werden von der Künstlerin sogleich wieder zerteilt. Die so hergestellten Streifen legt sie vertikal, waagerecht oder auch spiralförmig über- und hintereinander, sodass teils raumhohe Schichten entstehen. Obwohl ihre Oberflächen zunächst geschlossen und fest erscheinen, zeigen die Objekte auf den zweiten Blick ihre besonderen Qualitäten: Subtile Nuancierungen von Farbe und Textur des Materials sowie Kontraste zwischen weichen Oberflächen und scharfen Kanten des Papiers werden sichtbar. Die gebrochenen, wellenförmigen Linien der zahllosen Papierebenen suggerieren konstante Bewegung. So schafft die Künstlerin wandelbare Landschaften von großer Anziehungskraft. kirstinrabe.de

Astrid Weichelt verwendet für ihre Installationen und Objekte das archäologische Verfahren der Papierabformung. Das ausgewählte Objekt erhält dabei eine dünne „Haut“ aus feuchtem Papier, die nach der Trocknung wieder abgezogen wird. Diese Haut zeigt die Präsenz des abgeformten Originals und gleichzeitig seine offensichtliche Abwesenheit in der Abformung, die nur leere Hülle ist und an die stattgefundene Berührung erinnert. Volumen und Größe des Originals bleiben dabei erhalten. Beständiges, schweres Material wird in vergängliches übersetzt, das schwebend und scheinbar schwerelos präsentiert wird. Die oft historischen Originalobjekte werden in eine andere Zeit und einen anderen historischen Kontext transportiert. Die Künstlerin macht Objekte der Kulturgeschichte, sich am Rande unserer Wahrnehmung befinden, wieder „sichtbar“. astrid-weichelt.de

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16. Okt 2020 bis 28. Feb 2021
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