Figur und Raum
Zeitraum
07. November 2026 bis 13. Dezember 2026Eröffnung
Samstag, 07. November 2026, 16.00 UhrDiese Ausstellung zeigt Arbeiten und Themen der Sommerakademien in der Kommunalen Galerie 47, natürlich in erster Linie die Zeichnungen der Teilnehmer*innen als praktische Ergebnisse dieser Zeichenkurse. Es wird die Vielfalt von Möglichkeiten des figürlichen Erfassens der menschlichen Figur im Hauptraum der Galerie präsentiert. Das heißt, erste suchende Zeichnungen stehen Arbeiten gegenüber, die ein bereits langjähriges bildnerisches Studium beinhalten.
Wir wollen diese Ausstellung aber auch nutzen, um Interessierten anregende Wege für eine eigene künstlerische Beschäftigung zu zeigen. Nicht Perfektion und mechanische Methoden sollen das Ziel für das eigene Tun sein, sondern Mut machende Wege im Sinne des persönlichen Kennenlernens dieser bildnerischen Welt.
Natürlich gilt es zunächst auch, auf die Möglichkeiten des eigen Lernens hinzuweisen. Bei dem figürlichen Zeichnen besteht ein traditioneller Weg in dem Kennenlernen der menschlichen Anatomie im Sinne des besseren Verständnisses des Körperbaues des Menschen aber auch des Tieres.
Die Anatomie und ihre Möglichkeiten für ein Verständnis des menschlichen Körpers, lässt sich am anschaulichsten in einem räumlichen Zusammenhang erklären.
Dort gehen das reine Wissen vom menschlichen Körperbau mit einem gleichzeitigen praktischen zeichnerischen Üben Hand in Hand. Das kalte Erlernen der anatomischen Begriffe wird damit in ein persönliches Begreifen und Erkennen umgesetzt.
Dieser schöpferische Weg setzt natürlich von Seiten des Lehrenden eigene bildnerische Erfahrung und wissenschaftliche Kenntnisse voraus. Beim Studierenden kann ein Prozess angeregt werden, der ihn zu Ergebnissen führt, die sein Leben für neue Themen in der bildenden Kunst eröffnet.
Natürlich gehört zum „übenden“ Zeichnen auch die Korrektur des Lehrers. Korrekturzeichnungen können ganz verschiedene Fragen beantworten: Grundsätzlich sollte aber immer die vorhandene Arbeit des Lernenden als persönliches Ergebnis respektiert werden. - Nicht das Hinein-Zeichnen in die vorhandene Arbeit des Suchenden ist der angemessene Weg, sondern die analytische mündliche und vor allem zeichnerische Reaktion auf einem eigenen Korrekturblatt bringen Klarheit für das weitere eigene Arbeiten.
Deswegen werden in der Ausstellung Korrekturzeichnungen des Kursleiters der Sommerakademie gezeigt. Sie geben einen Einblick in die mögliche zeichnerische Unterstützung; aber auch in das anschauliche Erlernen von sinnvollem anatomischen Wissen. Diese Korrekturzeichnungen leben vor allem vom Verständnis des Raumes.
Als zusätzliche Ausstellungsstücke werden Korrekturzeichnungen des bekannten Dresdner Zeichners und hochgeschätzten Pädagogen Gerhard Kettner (1928 – 1993) gezeigt. Kataloge zu seinem künstlerischen Werk geben Einblick in die Arbeit dieses erfahrenen Zeichners.
Als weitere thematische Ergänzung werden herausragende Zeichnungen des Dresdner Bildhauers Hans Steger (1907–1968) aus einer privaten Kunstsammlung daneben gestellt. – Steger war Student in der berühmten Bildhauerklasse von Wilhelm Gerstel in Berlin, der auch Gustav Seitz, Waldemar Grzimeck und Fritz Cremer angehörten. Er selbst lehrte bis zu seinem frühen Tode an der Hochschule für bildende Künste Dresden.
Einer seiner Studenten in den 50er Jahren war der bekannte Bildhauer Wieland Förster. – Berndt Wilde, Bildhauer und selbst Professor für Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, wird in einer abschließenden Gesprächsrunde am 13.12.2026 aus seiner Studienzeit über den beeindruckenden Bildhauer und Lehrer Hans Steger berichten.
Zu diesem abschließenden, öffentlichen Gespräch in der Ausstellung sind weitere Künstler und Künstlerinnen sowie Kunsthistorikerinnen eingeladen.
- Manfred Zoller